Archiv für Januar 2007

Was dürfen Tierfotografen?

Montag, 29. Januar 2007

In der aktuellen NaturFoto (02/07) ist ein Artikel über Schleiereulenfotografie. Darin berichtet die Autorin Erika Heintges, wie der Fotograf, Helmut Heintges, zu seinen spektakulären Aufnahmen kommt - unter anderem, indem er lebende Mäuse als Köder verwendet. Meines Erachtens handelt es sich dabei um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Darin heißt es:

Es ist verboten (…) ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen, soweit dies nicht die Grundsätze weidgerechter Jagdausübung erfordern. (§3, Absatz 8 )

Ein Wirbeltier darf nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Ist die Tötung eines Wirbeltieres ohne Betäubung im Rahmen weidgerechter Ausübung der Jagd oder auf Grund anderer Rechtsvorschriften zulässig oder erfolgt sie im Rahmen zulässiger Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, so darf die Tötung nur vorgenommen werden, wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen. Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat. (§4)

Auch die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) bezieht in ihrer Satzung (§3, Absatz 2) eindeutig Stellung:

Für die Mitglieder der GDT hat die Achtung vor dem Leben bei der fotografischen Arbeit Vorrang.

Ungeachtet gesetzlicher Vorschriften halte ich die unkommentierte Veröffentlichung solcher Artikel für bedenklich, da damit Leser zur Nachahmung angeregt werden. Mein Erachtens ist es indiskutabel, den Tod eines Tieres - egal, ob Maus, Frosch oder Käfer - bewusst herbeizuführen, nur um ein spektakuläres Foto zu erhalten.

DuSieDuSieDu

Sonntag, 28. Januar 2007


In Schweden schätzt man das egalitäre “Du”, und weil Ikea aus Schweden kommt, duzt der Möbelkonzern auch seine deutschen Kunden. Am Online-Shop des Unternehmens scheinen allerdings ein paar Texter mitgearbeitet zu haben, denen das “Du” ein Gräuel war. Ach ja: mindestens eine Krankenschwester (”Wie gehts uns denn heute?”) war wohl auch beteiligt …

Die GebührenEinlochZentrale

Dienstag, 23. Januar 2007

Was tun, wenn das nächste Mal der “GEZ-Mann” klingelt? Nun, Sie könnten Ihn bestechen, zum Beispiel mit einem guten Essen oder einer Nacht im Puff.

Werbung und Wirklichkeit

Sonntag, 21. Januar 2007

Erinnert sich noch jemand an die AOK-Werbung, in der ein beflissener Krankenkassenmitarbeiter der Bittstellerin - äh, Kundin - den Auslandskrankenschein an den Flughafen nachträgt? Was haben wir gelacht (mit Ausnahme der AOK-Versicherten, natürlich). Ebenso irreal ist auch der aktuelle Edeka-Werbespot: Ich finde, wir sollten alle in den nächsten Edeka-Laden gehen und 268 Gramm Aufschnitt verlangen - aufs Gramm genau, bitte. Der genervte Edeka-Verkäufer kann sich ja vertrauensvoll an die Agentur Grabarz und Partner wenden, die den Schwachsinn verbrochen hat.
Den Preis für den irrealsten Spot bekommt aber die Agentur Ogilvie & Mather für die “Beraterbank”-Werbung der Dresdner Bank. Wie gerade die Stiftung Warentest festgestellt hat, ist dort der Service nämlich “mangelhaft” - zumindest wenn es um Ratenkredite geht. Noch schlechter schnitt nur die Santander Consumer Bank ab. Dem potenziellen Kunden schwatzten die sieben getesten “Berater” von der “Beraterbank” nicht nur gerne eine überflüssige und teure Kreditversicherung auf, sondern fragten bei zwei der sieben Stichproben auch noch hinter seinem Rücken und illegal Schufa-Daten ab. Wie heißt es doch so schön in dem Spot: “Das ist nicht normal für eine Bank”…