Brot statt Affen

Im aktuellen Geo fand ich folgenden Leserbrief von Jürgen Ströbele:
„Kommt es Ihnen nicht seltsam vor, einen Bericht über die seltenen Löwenäffchen in Brasilien zu bringen, deren Auswilderung „nur“ rund 22.000 Dollar kostet, und im folgenden einen Beitrag über Hunger in der Welt, in dem steht, dass viele Kinder, die verhungern, mit fünf Dollar am Tag gerettet werden könnten? Für einen einzigen ausgewilderten Affen könnte demnach ein Kind in Afrika zwölf Jahre ernährt werden. Steht das in einem normalen Verhältnis?“

Nein, möchten wir da rufen, natürlich nicht Herr Ströbele! Wir werden das Löwenäffchen-Projekt sofort stoppen – und alle anderen sinnlosen Naturschutz-Aktionen – und alles Geld nach Afrika überweisen.
Aber erklären Sie und doch vorher, ob folgende Tatsachen in einem normalen Verhältnis stehen:

Der Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden hat 180 Millionen Euro gekostet. Mit diesem Betrag hätte man knapp 12.000 Kinder in Afrika 10 Jahre lang ernähren können. Es hätte auch für die Auswilderung von fast 10.000 Löwenäffchen gereicht, aber so viele gibt es leider gar nicht mehr.

Bill Gates, der reichste Mann der Welt, besitzt ein Vermögen von rund 51 Milliarden Dollar. Er könnte 2,7 Millionen Kinder in Afrika 10 Jahre lang ernähren – und wäre dann immer noch Milliardär.

Aber nun zu Ihnen, Herr Ströbele. Ich nehme mal an, Sie sind ein gut verdienender Mittelstands-Akademiker – der typische Geo-Leser, eben – und fahren als solcher einen Golf V, Listenpreis zirka 20.000 Euro. Würden Sie zu Fuß gehen und das Geld spenden, könnte ein Kind in Afrika 13 Jahre lang zu Essen bekommen. Außerdem sind Sie vielleicht noch Raucher und geben am Tag 5 Euro für Zigaretten aus – während in Afrika für denselben Betrag ein Kind zu retten wäre. Ab und zu gehen Sie ins Kino oder sogar ins Theater, schick Essen mit der Frau und mit den Kumpels zum Fußball – alles, während in Afrika Kinder sterben. Und Sie lesen Geo, das kostet jeden Monat 6 Euro, die doch in Afrika viel besser angelegt wären.

Und jetzt erklären Sie mir doch bitte noch mal, wie Sie das mit dem Verhältnis und den Löwenäffchen gemeint haben.

1 Kommentar zu „Brot statt Affen“

  1. Axel Lorenz says:

    hallo,
    also ich muss sagen, dass dieser Kommentar zum Leserbrief in der Geo/02/06
    treffender nicht hätte sein können. Das kann ja wohl keine Logik sein, dass man alle Ausgaben für Projekte außerhalb der Afrikahilfe in Frage stellt. Und dies mit dem Argument, ich zitiere: “Für einen einzigen ausgewilderten affen könnte demnach ein kind in afrika 12 Jahre ernährt werden”. Diese Milchmädchenrechnung könnte, so Herr Ströbele, für alle Lebensbereiche, vor allem unserer materiellen westlichen Welt, gelten, wie in Ihrem Artikel trefflich herausgestellt! Nach dem Motto: Ich kauf mir ein Buch bei Amazon, aber MOMENT, “wäre es nicht viel besser die 10 Euro einem afrikanischen hungernden Kind zur verfügung zu stellen, denn schließlich kann es damit 2 Tage überleben!!

    Anmerkung: Man sollte ja meinen , Herr Ströbele sei der allergrösste Afrika-Entwicklungshelfer, soweit ich aber meinen Google-Fähigkeiten vertrauen darf, ist er irgendein businessFutzi, die afrikafördernde Globalisation lässt grüssen!!!

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