Archiv für die Kategorie „Wilde Tiere“

Was dürfen Tierfotografen?

Montag, 29. Januar 2007

In der aktuellen NaturFoto (02/07) ist ein Artikel über Schleiereulenfotografie. Darin berichtet die Autorin Erika Heintges, wie der Fotograf, Helmut Heintges, zu seinen spektakulären Aufnahmen kommt - unter anderem, indem er lebende Mäuse als Köder verwendet. Meines Erachtens handelt es sich dabei um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Darin heißt es:

Es ist verboten (…) ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen, soweit dies nicht die Grundsätze weidgerechter Jagdausübung erfordern. (§3, Absatz 8 )

Ein Wirbeltier darf nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Ist die Tötung eines Wirbeltieres ohne Betäubung im Rahmen weidgerechter Ausübung der Jagd oder auf Grund anderer Rechtsvorschriften zulässig oder erfolgt sie im Rahmen zulässiger Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, so darf die Tötung nur vorgenommen werden, wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen. Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat. (§4)

Auch die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) bezieht in ihrer Satzung (§3, Absatz 2) eindeutig Stellung:

Für die Mitglieder der GDT hat die Achtung vor dem Leben bei der fotografischen Arbeit Vorrang.

Ungeachtet gesetzlicher Vorschriften halte ich die unkommentierte Veröffentlichung solcher Artikel für bedenklich, da damit Leser zur Nachahmung angeregt werden. Mein Erachtens ist es indiskutabel, den Tod eines Tieres - egal, ob Maus, Frosch oder Käfer - bewusst herbeizuführen, nur um ein spektakuläres Foto zu erhalten.

Steinzeit in Frankreich

Sonntag, 24. September 2006

Ermordete Pirole(Bild: Komitee gegen den Vogelmord)

Wer die Geschichten aus meiner Zeit in Straßburg kennt, weiß, dass ich keine Frankreich-Freund bin. Die neuesten Schweinereien aus dem Land der Froschfresser machen das nicht besser:

Frankreichs Umweltministerin Nelly Olin hat ohne jede Not eine eigentlich längst vergessene Jagdmethode erlaubt, die zum brutalsten gehört, was Europas Vogelfallenarsenal zu bieten hat: Steinquetschfallen. Unter kiloschweren Steinplatten werden im Zentralmassiv ab sofort wieder zehntausende Singvögel gefangen, zerquetscht und verspeist. Das Komitee gegen den Vogelmord hat eine Beschwerde wegen Verstoß gegen die EU-Vogelschutzrichtlinie bei der EU eingereicht und eine große Protestaktion gestartet. Protestieren auch Sie gegen diese im wahrsten Sinne des Wortes “steinzeitliche” Tradition hier: www.komitee.de (gleich auf der Startseite)!

Was ich noch sagen wollte …

Mittwoch, 13. September 2006

Ich am Polarkreis… ich bin natürlich schon lange wieder da. War aber irgendwie zu beschäftigt, um dies kund zu tun. Natürlich gibt es wieder die übliche Bilderschlacht auf www.natur-fotografieren.de. Wer also mal ein paar Adler in groß und Alaskanische Kolibris sehen will: hier geht’s lang.

Internet-Anhörung der EU zur Artenvielfalt

Sonntag, 1. Januar 2006

Die Europäische Kommission hat eine Internet-Anhörung für den Schutz der biologischen Vielfalt gestartet. Ziel ist es, den Verlust an Artenvielfalt in der Europäischen Union bis 2010 zu stoppen. Mitmachen können sowohl Vertreter von Organisationen als auch Privatpersonen. Weitere Infos gibt es hier. Zur Befragung geht es hier lang.

Das große Sterben

Mittwoch, 17. August 2005

Ivory-billed Woodpecker
Wie Birdnet berichtet, geht das große Artensterben auch unter den Vögeln weiter. Jede fünfte Vogelart ist gefährdet, seit dem 16. Jahrhundert sind bereits 129 Arten ausgestorben.
Immerhin gibt es auch Lichtblicke. So wurde erst im April dieses Jahres die Wiederentdeckung des Elfenbeinspechts bekannt. Dieser riesige amerikanische Specht mit über einem halben Meter Körperlänge galt seit den fünfziger Jahren als ausgestorben. Seine wiederentdeckung in Arkansas wurde in USA und Kanada sogar in den Abendnachrichten gemeldet.