Steuern zahlen für Nestle

Haben Sie sich eigentlich mal gefragt, was mit den 40 Milliarden Euro passiert, die jährlich in das europäische Agrarsystem gepumpt werden? Früher gab es ja noch die Butterberge und Milchseen und der Bauer bekam 100 Mark, wenn er eine Kuh abschlachtete und 200, wenn er sich eine Neue dafür anschaffte.
Die Zeiten sind ja vorbei, aber es ist nicht besser geworden. Denn wie bei Subventionen so üblich, wird in der EU kräftig von unten nach oben verteilt, ganz nach dem Motto “Wer hat, dem wird gegeben”. Dies zeigt ein Blick auf farmsubsidy.org. Dort wird akribisch aufgelistet, wer wie viel vom Kuchen abbekommt. Das heißt, zumindest in den Mitgliedstaaten, die ihre Agrar-Subventionen offen legen. Deutschland erweist sich - wie bei Nichtraucher - und Umweltschutz - als Bremser, und weigert sich, die Nutznießer des Geldsegens zu nennen.
Und das sind keinesfalls die kleinen Bauern wie dieser Beitrag von Report München zeigt, sondern Großgrundbesitzer wie Gloria von Thurn und Taxis, Unternehmen wie Südzucker oder multinationale Konzerne wie Nestle. Wie viel letzterer 2004 in Großbritannien einkassiert hat, das erfahren wir immerhin auf farmsubsidy.org: fast 38 Millionen Pfund (rund 56 Millionen Euro). Nestle hat unsere Steuergelder natürlich auch bitter nötig - bei einem Reingewinn im vergangenen Geschäftsjahr von über 4 Milliarden Schweizer Franken (2,4 Milliarden Euro)!
Deshalb meine Bitte: unterstützen Sie die E-Card-Aktion der Initiative für Transparenz bei EU-Agrarsubventionen! Damit wir wenigstens erfahren, wem unsere Steuern in den Rachen geworfen werden.

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